Hoch hinaus im „Storchennest“ – der Leonhardsturm
Mitten in Alsfeld erhebt sich ein echtes Wahrzeichen: der Leonhardsturm. Schon seit 1386 trotzt er Wind und Wetter und ist der einzige der vielen Mauer- und Tortürme, der von der alten Stadtbefestigung erhalten geblieben ist. Ganze 27 Meter hoch, mit seinem runden Bau, dem markanten Kegeldach und dem Zinnenkranz, wirkt er heute fast wie aus einem Bilderbuch.
Doch hinter den dicken Mauern steckt eine spannende – und nicht immer gemütliche – Geschichte. Denn im Erdgeschoss befand sich einst ein Gefangenenverlies. Verurteilte wurden damals durch ein winziges Loch, nur 55 Zentimeter breit, mit einer Haspel in die Tiefe hinabgelassen. Der Turm war nur von der Stadtmauer aus erreichbar und diente vor allem der Verteidigung der Stadt.
Mit dem Abbruch von Teilen der Stadtmauer im 19. Jahrhundert änderte sich das Stadtbild rund um den Turm. Trotzdem blieb der Leonhardsturm selbst erhalten – und wurde ab 1896 aufwendig eingerüstet und renoviert.
Seinen Spitznamen „Storchennest“ verdankt er seinen gefiederten Dauergästen: Schon seit vielen Generationen nisten Störche auf dem Turm. Immer wieder wurde das Nest erneuert – und heute ist es wieder von einem Storchenpaar bewohnt, das jedes Jahr aufs Neue zurückkehrt.
Und noch etwas: In Alsfeld kennt man den Turm auch von einer ganz anderen Seite – denn der „Leo“, benannt nach dem Leonhardsturm, ist das fröhliche Maskottchen unserer Kinderfestivals.

